02.06.2022
MdL Kerstin Radler besucht die NS-Gedenkstätten Mühldorfer Hart und Obersalzberg

Mit der AG Erinnerungskultur des Bayerischen Landtags besuchte MdL Kerstin Radler die NS-Gedenkstätten Mühldorfer Hart und #bersalzberg. Vom Opferort reisten wir zum Täterort. Beide sehr beeindruckend und beklemmend. Unter dem Decknamen Weingut I sollte im Mühldorfer Hart während des Zweiten Weltkriegs unter Einsatz von KZ-Häftlingen, Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern ein halbunterirdischer Rüstungsbunker für die Produktion der Messerschmitt Me 262 entstehen. Die Anlagen wurden nach dem Krieg geschleift. Nur noch Reste zeugen von diesem Projekt. In Verbindung mit dem Bauprojekt entstanden mehrere KZ-Außenlager und Arbeitslager im Mühldorfer Hart. Zur Erinnerung an das Leiden der Gefangenen und die auf den umliegenden KZ-Friedhöfen bestatteten Toten wurde im April 2018 im Mühldorfer Hart eine dreiteilige KZ-Gedenkstätte eröffnet. Einer der Gedenkorte im Mühldorf Hart kennzeichnet die Auffindung eines Massengrabes mit über 2000 Menschen.

Den Obersalzberg, der damals gern genutzter Zweitwohnsitz- und Urlaubsort prominenter Deutscher war, hatte sich Adolf Hitler in den 1920er Jahren als Urlaubsort ausgewählt. Nach der Machtergreifung ließ er den Berghof zu seiner Residenz ausbauen. Er war das Zentrum des sog. Führersperrgebiets Obersalzberg, das auch Wohngebäude zahlreicher weiterer NS-Größen umfasste. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Areal den amerikanischen Streitkräften als Erholungszentrum. Seit 1996 kann der Freistaat Bayern über die ihm von der USA übertragenen ehemaligen NSDAP-Liegenschaften verfügen. In einem Dokumentationszentrum werden Geschichte und Gräueltaten der NS-Zeit aufgearbeitet und entmystifiziert. Die Besucherströme zeugen von anhaltendem Interesse.

Foto: Kerstin Radler

Text: Silvia Gross