FW-Landtagsabgeordnete Kerstin Radler

Förderung des Gesandtenfriedhofs: MdL Kerstin Radler führt Ortstermin mit Experten durch

08.07.2020

 

 

Die Regensburger FW-Landtagsabgeordnete und kulturpolitische Sprecherin der FW Kerstin Radler traf sich mit kulturhistorischen Experten auf dem Regensburger Gesandtenfriedhof, um die bauliche und finanzielle Lage dieses Regensburger Kleinods zu erörtern. Anlässlich des vergangenen Nachtragshaushalts konnte die Abgeordnete 100.000 Euro Zuschuss für die Sanierung erreichen.

 

Radler liegt der Gesandtenfriedhof sehr am Herzen: „Ich bin gegenüber diesem verwunschenen Ort aufgewachsen, er ist Teil meiner Kindheit. Leider hat dieser Friedhof keinen richtigen Platz im Bewusstsein der Regensburger. Daher freue ich mich umso mehr, dass ich 100.000 Euro Anschubfinanzierung seitens des Freistaats für dieses tolle Projekt erreichen konnte.“ Pfr. Martin Schulte, Hausherr der Dreieinigkeitskirche, bedankte sich für die von Radler ermöglichte finanzielle Initialzündung zum Erhalt des Friedhofs, den er als steingewordene lutherische Glaubensgeschichte bezeichnete.

 

Hauptkonservator Dr. Michael Schmidt vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege betonte den hohen Stellenwert des Gesandtenfriedhofs in der Regensburger Stadtgeschichte: „Der Verfall dieses Ortes erzeugt einen Stimmungswert, der denkmalkonstituierend ist.“ Der Friedhof zeuge als Prestigeort von Internationalität und sei mit seiner historischen, baukünstlerischen und kirchenhistorischen Bedeutung eine Urkunde der Stadtgeschichte. Daher müsse die Sanierung ein Gemeinschaftsprojekt von Kommune, Bezirk, Land, Bund und Ehrenamt sein. Er dankte Radler für den finanziellen Türöffner zur Rettung des Gesandtenfriedhofs.

Kulturreferent Wolfgang Dersch bezeichnete die Initiative Radlers als Glücksfall und Anstoß, die Regensburger auf diesen städtischen Erinnerungsort aufmerksam zu machen. „Vor 200 Jahren wurde dieser Friedhof zum verwunschenen Ort, denn er stand für die Vergangenheit des Alten Reichs, für Kleinstaaterei und konfessionellen Zwist, mit dem man im 19. Jahrhundert nichts mehr zu tun haben wollte. Auch die Denkmalpflege tat sich lange Zeit schwer mit dem Gesandtenfriedhof.“ Für die Geschichte des Immerwährenden Reichstags sei der Gesandtenfriedhof ein ungehobener Schatz, zu dessen Hebung Radler nun einen wichtigen Beitrag leiste.

 

Abschließend führte Dr. Klaus-Peter Rueß, ehrenamtlicher wissenschaftlicher Führer des Gesandtenfriedhofs, historisch detailreich durch die Gräberreihe. Architektin Anke Romanow gab eine architektonische Einführung in die bauliche Lage, deren Besserung bisher aus finanziellen Gründen scheiterte. „Nun bekommt dieser schöne Ort endlich die Aufmerksamkeit und die Chancen zur Sanierung, die er verdient.“

 

Text: Silvia Gross

Foto: Diana Ackermann

Foto von links nach rechts: Anke Romanow, Pfr. Martin Schulte, Dr. Klaus-Peter Rueß, MdL Kerstin Radler, Dr. Michael Schmidt, Wolfgang Dersch, Lorenz Baibl, Dr. Eugen Trapp

FREIE WÄHLER auf Facebook

Erhalten Sie die neuesten Meldungen der FREIEN WÄHLER Regensburg.

Jetzt Fan werden